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Kapitel 4 · Streaming-Protokolle

🔒 Secure Reliable Transport (SRT)

Open-Source-Protokoll für zuverlässige, sichere und latenzarme Videoübertragung über öffentliche Netzwerke.

🎯
Lernziele
  • SRT definieren und von RTMP abgrenzen
  • Die drei Verbindungsmodi (Caller, Listener, Rendezvous) erklären
  • ARQ und FEC als Fehlerkorrektionsmechanismen erläutern
  • SRT Latenz-Einstellung und deren Bedeutung erklären
  • Einsatzszenarien für SRT beschreiben

Was ist SRT?

SRT (Secure Reliable Transport) ist ein Open-Source-Protokoll, das 2017 von Haivision veröffentlicht und heute von der SRT Alliance weiterentwickelt wird. Es wurde entwickelt, um Video-Contribution-Links über das öffentliche Internet zu ermöglichen – mit niedriger Latenz und hoher Zuverlässigkeit.

SRT Eigenschaften
  • Basiert auf UDP (nicht TCP)
  • Fehlerkorrektur via ARQ + FEC
  • Verschlüsselung: AES-128/256-bit
  • Einstellbare Latenz (120 ms – mehrere Sekunden)
  • NAT Traversal möglich
  • Open Source (GitHub)
⚖️
SRT vs. RTMP
SRTRTMP
ProtokollUDPTCP
Latenz~100 ms~500 ms
VerlusteARQ/FECTCP-Retry
Verschlüssl.AES-256Nein
LizenzOpen SourceProprietär

Die drei Verbindungsmodi

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Klausurfrage 2023

„Was macht der Caller-Modus bei SRT?" und „Was macht der Listener-Modus bei SRT?" – jeweils 1 Punkt.

📞 Caller

Initiiert aktiv eine Verbindung zu einem Listener. Kennt IP und Port des Ziels. Entspricht einem Client in Client-Server-Architektur.

Einsatz: Encoder/Kamera sendet aktiv zu einem Streaming-Server

👂 Listener

Wartet passiv auf eingehende Verbindungen auf einem definierten Port. Entspricht einem Server. Braucht keine feste IP des Callers.

Einsatz: Streaming-Server empfängt von verschiedenen Quellen

🤝 Rendezvous

Beide Seiten versuchen gleichzeitig eine Verbindung herzustellen. Nützlich bei beidseitigem NAT. Beide müssen IP + Port des anderen kennen.

Einsatz: Peer-to-Peer durch Firewalls

Fehlerkorrektionsmechanismen

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Klausurfrage 2023 & 2025

„Welche Fehlermechanismen gibt es bei SRT? Wie funktionieren diese? Erläutern Sie kurz." – 2 Punkte

🔄 ARQ – Automatic Repeat reQuest

  • Empfänger erkennt fehlende Pakete (via Sequenznummern)
  • Sendet NACK (Negative Acknowledgement) an Sender
  • Sender überträgt verlorene Pakete erneut
  • Funktioniert nur innerhalb des eingestellten Latenz-Fensters
  • Pro: Kein Overhead bei gutem Netz
  • Con: Erhöht Latenz bei vielen Verlusten

🛡️ FEC – Forward Error Correction

  • Sender schickt redundante Pakete mit
  • Empfänger kann verlorene Pakete rekonstruieren
  • Keine Rückanforderung nötig → niedrigere Latenz
  • Overhead: ca. 10–25% mehr Bandbreite
  • Pro: Keine Latenz-Erhöhung durch Retransmit
  • Con: Immer Bandbreiten-Overhead

Latenz-Einstellung

Die SRT-Latenz (auch receiver latency) ist der Puffer auf der Empfängerseite. Sie muss mindestens so groß sein wie die Round-Trip-Time (RTT) des Netzwerks:

Faustregel Latenz

SRT Latenz ≥ 2,5 × RTT

Beispiel: RTT = 80 ms → SRT Latenz = min. 200 ms

Einsatzszenario: Übertragung innerhalb der Hochschule

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Klausurfrage 2023 & 2025

„Sie wollen eine Übertragung innerhalb der Hochschule machen. Was würden Sie für ein Protokoll benutzen? Erläutern Sie bitte." – 3 Punkte

Antwort: Im LAN der Hochschule wäre SRT oder auch NDI sinnvoll. Bei sehr kurzen Strecken im gleichen Gebäude mit stabilem Netzwerk wäre auch RTP/UDP direkt möglich. SRT bietet gegenüber RTMP niedrigere Latenz und bessere Fehlerkorrektur. Im gesicherten LAN ist die Verschlüsselung optional.

Selbsttest

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